Projekt "Hoher Stuhl"

Der „Hohe Stuhl“ in Horumersiel

 

 

 

Der HSH hatte zunächst seine Mittel zur Restaurierung des Ruderrettungsbootes „August Grassow“ eingesetzt, die in 2006 abgeschlossen wurde.

Zwischenzeitlich wurde mit der Aufarbeitung eines zweiten RRB, der „Fürstin Bismarck II“, begonnen.

 

Jeder Rettungsvorgang beginnt an Land. Dazu diente in Horumersiel ein Seenotbeobachtungsturm, der „Hohe Stuhl“ (auf friesisch „Hoog Stool“ oder auch nur „Utkiek“), der von 1883 bis 1946 am Hafendeich des 1962 (nach der großen Sturmflut) zugeschütteten Hafenbeckens stand (heute der große Parkplatz am Tief hinter dem Mittelpunkt).

Die ersten Überlegungen, einen Seenotbeobachtungsturm wieder entstehen zu lassen, wurden schon 1951 vom Architekten Anton Willms angestellt. Sein Entwurf als Stahlkonstruktion wurde nicht weiter verfolgt.

Die technische Entwicklung der Kommunikation ließ ein Beobachtungsturm in Vergessenheit geraten.

 

Mit der Suche nach einer neuen Identität für Horumersiel wurden verschiedene Wege angedacht, besonders der Entwurf einer Skulptur der Künstlerin Karin Mennen „ Blanker Hans“ in Bronze.

Bevor die finanziellen Mittel zusammengetragen waren vereitelte der rasant gestiegene Materialpreis eine Umsetzung.

Danach wurden einige Modelle eines Aussichtsturms in der Art des Hohen Stuhles angedacht, die jedoch außer der Klärung eines möglichen Standortes nicht in eine Realisierungsphase kamen.

 

Der HSH hat sich im Sommer 2014 der Überlegung angenommen den historischen Seenotbeobachtungsturm als Wahrzeichen von Horumersiel so real wie denkbar wiedererstehen zu lassen und dazu Erkundigungen eingeholt.

 

Die erste Erkenntnis war, dass es außer einigen historischen Bildern keine Dokumente, besonders keine Bauzeichnungen gibt, die zugänglich wären. Die Hoffnung in Archiven der DGzRS oder des III.Oldenburgischen Deichbands Original-Baupläne zu finden, erfüllte sich nicht.

 

Eine weitere Erkenntnis brachte eine mündliche Voranfrage bei Bauamt des Landkreises Friesland durch die Mitteilung, dass sich eine historische Rekonstruktion und eine Begehbarkeit durch Publikum ausschließen.

 

Dazu sind inzwischen aus den vorliegenden Bildunterlagen und ein paar Textstellen ein Modell des Turms im Maßstab 1:20 und Pläne im Maßstab 1:50 entwickelt

(Verfahren der Fotogammetrie)und in verschiedenen Vereinen vorgestellt worden.

Im Februar 2015 erfolgte eine öffentliche Informationsveranstaltung für alle Bürgerinnen und Bürgern Horumersiels. Dabei wurden die beiden möglichen Standorte, wie sie schon früher ins Auge gefaßt worden waren, vorgestellt.

Es ergab sich, dass die Anwesenden mit fast gleicher Stimmenzahl für Standort 1 ("Blumenwiese" am Parkplatz des WTG-Gebäudes) und Standort 2 (Verbreiterung des Deiches an der Hauptstrandkasse) stimmten.

 

Am 2. April 2015 reichter der HSH einen Antrag auf Sondernutzung der Gemeindefläche für Standort 1 bei der Gemeinde Wangerland ein. Außer einer Eingangsbestätigung erfolgte keine Reaktion der Gemeinde, bis der HSH im November 2015 um einen Termin bei Bürgermeister Mühlena bat. Der Termin kam am 11.11.2015 zustande.

Als Ergebnis der Besprechung konnten die Vertreter des HSH, Wieland Rosenboom und Rolf-W. Becker, die Empfehlung des Bürgermeisters mitnehmen, auf die Begehbarkeit des Hohen Stuhls durch eine zusätzliche Treppenanlage zu verzichten. Außerdem teilte der Bürgermeister mit, dass die Fläche "Blumenwiese" aus anderweitigen Überlegungen zur Flächennutzung nicht zur Verfügung steht. Er empfahl dem HSH, in der Umgebung des ursprünglichen Standortes nach weiteren Aufstellmöglichkeiten zu suchen. Dazu reichte der HSH eine Liste mit Lageplan von 6 möglichen Standorten beim Bürgermeister ein.

Es wurde ein Standort an der Strasse "Zum Hafen" gewählt, der dem alten Standort am nächsten war. Durch den Wegfall anderer Gemeindepläne wurde der Standort "Blumenwiese" wieder aktuell und alle weiteren Überlegungen bezogen sich wieder auf diesen ursprünglich gewünschten Standort.

In 2016 erfolgte die Einwerbung von Fördermitteln für das Projekt, das der HSH aus Eigenmitteln nicht hätte verwirklichen können. Die erforderlichen Grundlagen eines Bauvorhabens, der Standsicherheitsnachweis und die amtliche Baugenehmigung wurden beigebracht.

Ein Vertrag zwischen der Wangerland Touristik GmbH (WTG) und dem HSH hinsichtlich der Überlassung der Fläche für die Erichtung des "Hohen Stuhls" wurde vereinbart.

Inzwischen hat die Fläche am "Hohen Stuhl" einen neuen Stellenwert. Die WTG will sie zu einem Verweil- und Infoplatz erweitern. Mit der Gestaltung befasst sich ein Fachplaner.

Der Auftrag für die Ausführung der Bauarbeiten des "Hohen Stuhls" ist erteilt und sollen noch in 2018 begonnen werden.

 

Die Spendenaktion "Hoher Stuhl" ist beendet und der Vorstand dankt allen Spendern.

 

 

 

 

Wangerland, den 10. Oktober 2018             Rolf-W. Becker, Projektbetreuer

 

 

 

 

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© Uwe Spelsberg